Preise zwischen alter und neuer Ernte

Preise zwischen alter und neuer Ernte

Nach einem kurzen Höhenflug Anfang Mai haben die Börsenkurse für Weizen und Mais wieder einen leichten Sinkkurs eingeschlagen. Der grundlegende Tenor geht von einer weiterhin anhaltend guten globalen Versorgungslage aus. Vorerst scheinen punktuelle Ereignisse noch wenig Wirkung auszuüben.

In Sachen alter Ernte haben die US-Weizenverkäufe nach Ägypten nach mehreren Jahren der Abwesenheit für Aufmerksamkeit gesorgt. Amerikanischer Hartweizen war trotz des längeren Seeweges mindestens so preisgünstig wie Offerten aus Russland der Ukraine und Frankreich. Dagegen mussten Angebote aus Russland aufgrund des ölpreisbedingt gestiegenen Rubelkurses wegen der hohen Preisforderungen zurückstecken. Der Zuschlag für einen US-Tender wird aber relativiert durch die sonstigen Mengen, die Ägypten traditionell in den Schwarzmeerländern und Frankreich gekauft hat.

In den US-Weizenanbaugebieten kommt jetzt der Regen zur unpassenden Zeit. Die bevorstehende Ernte steht auf durchnässten Feldern. Zunehmend werden sich ausbreitende Krankheiten beobachtet, die derErtragsbildung schaden. Zuviel Regen schadet auch der Weizenqualität. Die Weizenfelder sollten jetzt langsam abtrocknen. Ohnehin fällt die US-Weizenernte flächenbedingt um mindestens 20 % kleiner aus als im Vorjahr.

DieMaiskurse haben ebenfalls nachgegeben, bleiben in Paris aber immer noch knapp auf der 170 €/t-Linie. In Chicago werden etwas über 130 €/t notiert. Dabei spielt der steigende Eurokurs ebenfalls eine Rolle.

In den USA ist die Maisaussaat zu rd. 75 % erfolgt. Regen stört den weiteren Fortgang.

Für den Maismarkt der nächsten Wochen und Monate wird das steigende Angebot aus Südamerika von Bedeutung werden. Die hohen Ernteerwartungen der Zweiternte in Brasilien wird den Amerikanern Konkurrenz machen.

Die sog. Wettermärkte werden in der nächsten Zeit für ein ständiges Auf und Ab der Kurse sorgen. In weiten Anbaugebieten treten die Getreidebestände in die entscheidende Ertragsbildungsphase ein. Im weiteren Verlauf spielen die Witterungsbedingungen während der Erntezeit eine zunehmende Rolle.

Zurzeit können die USDA-Preisprognosen auf einem stabilen mittleren Kursniveau als Orientierungshilfe dienen.

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